Maximaler Spielspaß mit dem perfekten Pen and Paper Charakter (Systemneutral!)

Was macht einen guten Pen and Paper Charakter aus? Ich würde sagen er muss dir Spaß machen und er muss den anderen Spielern und dem Spielleiter Spaß machen.

Wie schaffst du das? Welches Regelwerk musst du dafür nutzen? Es ist ganz einfach und nein, es ist gänzlich unabhängig vom Regelwerk.

In diesem Artikel leite ich dich zuerst durch den grundlegenden Prozess der noch vor der eigentlichen Charaktererstellung beginnt. Anschließend Stelle ich dir zwei Vorgehensweisen für deinen Charakter vor.

Du bekommst von mir noch 21- System- und Spielwelt unabhängige Fragen, die dir helfen einen tiefgründigen Charakter zu erstellen.

Zu guter letzt habe ich dir als Bonus noch die zwei wichtigsten Tipps mitgegeben wie du es schaffst, dass die anderen Spieler und ihre Charaktere deinen Charakter zu lieben lernen.  


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Pen and Paper Charakter: 3 Grundlagen

Bevor du dir konkrete Dinge für deinen Charakter überlegst, tust du gut daran die grundlegenden Dinge mit dem Spielleiter und den Spielern fest zu legen. 

Es hilft auch sehr, wenn alle die selben Erwartungen und Vorstellungen an ein Pen and Paper teilen. Du tust gut daran die Theorie des Pen and Paper zu verstehen, um euren gesamten Spielspaß zu erhöhen.

1. Zum Setting und Leitmotiv  passen

Dein Charakter sollte zur Spielwelt, zum Setting passen. Damit meine ich ein stimmiges und glaubhaftes Konzept. Das bedeutet, dass science fiction Charaktere in ein science fiction Setting gehören, europäische mittelalterliche fantasy Charaktere in ein europäisches mittelalterliches fantasy Setting und zweiter Weltkrieg Charaktere in ein zweites Weltkriegs Setting.

Du kannst nach langem rationalen argumentieren sicher einen Weg finden, wieso ein einzelner japanischer Ninja seinen Weg in das mittelalterliche Deutschland fand. Aus der Sicht des Narratives und der Geschichte sind solche Charaktere aber unstimmig.

Aber keine Angst, Frust kann hier sehr schnell abgebaut werden. Denn was dir z.B. am Ninja gefällt ist häufig primär der Archetyp eines im Schatten agierenden leisen Assassinen.

Es lassen sich in Settings immer eine große Bandbreite an Archetypen implementieren. Jeder Spieler findet einen stimmigen Äquivalenten zu dem anfangs unpassenden Charakter.

So wird aus dem Ninja in einem modernen Setting ein Agent oder Soldat einer Spezialeinheit und aus dem Samurai wird ein europäischer Ritter.  

Neben dem Setting ist auch das Leitmotiv wichtig. Um das einfach zu veranschaulichen können wir das Zombie Horror Leitmotiv in einem postapokalyptischen Setting nutzen.

Dort ist es üblich, dass die Protagonisten als ganz gewöhnliche Menschen völlig unerwartet mit diesem Szenario konfrontiert werden. Sie kämpfen um ihr Leben und an jeder Ecke wartet der Tod. Mit der Zeit passen sich die Helden dieser neuen Welt an, entdecken in sich nie geglaubte Talente und wachsen über sich hinaus. 

Selbstverständlich ist es möglich einen abgebrühten Überlebenskünstler mit Affinität zu fiktiver Horror Lektüre zu erstellen, der als eine Ein- Mann- Armee gegen die Horde zieht. Aber dies ist nicht das gängige Leitmotiv des Zombie Horrors.  

2. Zur Kampagne passen

Eine Spielkampagne hat im besten Fall eine übergeordnete Handlung und einen vordergründigen Stil. Der Spielleiter tut gut daran, den Spielern zu sagen in welche grobe Richtung die Kampagne gehen soll. Noch besser wenn ihr als Gruppe gemeinsam Ideen und Erwartungen vorher austauscht. 

Habt ihr eher Lust auf eine Kampagne mit politischen Intrigen im Zentrum? Oder lieber mit Kriegsfronten? Soll die Kampagne die ganze Welt umspannen oder dreht sich die Handlung nur in einer Stadt?

Wenn diese Fragen geklärt sind, kannst du viel besser abschätzen, welcher Charakter zu welcher Kampagne passt. Klar kann der geistlich etwas simplere  gewalttätige Barbar in einem politischen Mittelalter Intrigenspiel seine Momente haben.

Auf lange Sicht würdest du aber mit stimmigeren Charakterkonzepten mehr Spaß haben.

Auch ist es von Vorteil, wenn dein Charakter zur Handlung eine Verbindung hat. Die erste Form der Verbindung liegt in der direkten persönlichen Verbindung zur Handlung. 

Wenn z.B. im Zentrum der Kampagne ein verrückter Wissenschaftler steht, dessen Plan es ist mithilfe einer Massenvernichtungswaffe die Welt zu zerstören, dann ist das Verhindern seines Plans eine direkte persönliche Verbindung deines Spielercharakters zur Handlung.

Neben der direkten Verbindung, können auch indirekte Verbindungen zur Handlung möglich sein. Z.B. könnte der verrückte Wissenschaftler oder einer seiner Assistenten früher mal ein Mittel gegen eine bestimmte unheilbare Krankheit gefunden haben. Nur dieses Mittel kann die schwerkranke Frau/Mann/ Kind deines Spielercharakters retten. 

Diese Motivation ist stark genug, um den Rest der Gruppe dabei zu unterstützen die Haupthandlung zu verfolgen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Haupthandlung die persönlichen Ziele deines Spielercharakters behindert oder begünstigt.

So kann ein Rachegelüst aus einem völlig anderen Grund gegenüber dem verrückten Wissenschaftler befriedigt werden, oder aber er will die technischen Erfindungen des Wissenschaftlers für seine eigene Zwecke nutzen.

3. Zur Gruppe passen

Als letztes Kriterium sollte dein Spielercharakter zu den anderen Spielercharakteren passen. Erstens sollte er Regel und Storytechnisch passen. Wenn laut Spielwelt Dämonen und Dämonenjäger ewige Feinde darstellen und keine Grauzonen existieren, sollte in der Gruppe kein Dämonenjäger und ein Dämon erstellt werden.

Die daraus resultierenden Konflikte sind einfach zu stark spielstörend. Es geht nicht darum eine Gruppe konfliktfreier Charaktere zu erschaffen. Aber massive Spannungen führen entweder zu richtigen Kämpfen zwischen den Charakteren oder es müssen unbefriedigende und unrealistische Kompromisse geschlossen werden. 

Das macht echt keinen Spaß. 

Genauso sollte mit Bedacht auf Fähigkeiten und Spielstile gesetzt werden, welche nicht allzu gut mit der Gruppe harmonieren. Dein verstohlener Dieb in einer Gruppe aus lauten brüllenden Barbaren wird nicht immer seine Fähigkeiten zu 100% ausschöpfen können. 

Behalte das im Hinterkopf und überlege welche zusätzlichen Fähigkeiten damit harmonieren würden.

Zweitens geschieht es häufig, dass sich die Gruppe ohne logischen Grund versammelt. Viel zu häufig setzen sich zu Beginn einer ersten Spielrunde die Spielercharaktere unabhängig voneinander an den einzigen freien Tisch in der zwielichtigen Taverne. Als Fremde müssen sie plötzlich wenige Augenblicke später ein großes Maß an Vertrauen in die anderen setzen.

Alle Spielercharaktere sollten eine gewisse Verbindung zueinander haben, so wie sie eine Verbindung zu der Handlung besitzen. So können sie z.B dem gleichen Beruf nachgehen (ja auch ganz simpel Abenteurer ist häufig eine Art Beruf), den gleichen Feind haben, derselben Organisation angehören oder aber auch ganz einfach schon eine lange Freundschaft pflegen.

Pen and Paper Charakter: Die Vorüberlegung

Alles klar mit der Gruppe und dem Spielleiter hast du vorab die grundlegenden Dinge etabliert und du hast eine ungefähre Vorstellung welchen Archetypen dein Charakter darstellen könnte. 

Du willst jetzt einen richtig guten Pen and Paper Charakter erstellen. Es ist daher an der Zeit ein wenig Fleisch auf die Knochen zu bringen. Die ersten Fragen die du dir stellen kannst: Was erwarte ich von diesem  Charakter, wo möchte ich damit hin, was möchte ich erleben?

Es gibt tendenziell zwei Vorgehensweisen. 

  1. Die Netflix-Lieblingscharakter-Überraschung
  2. Die fertige-Romancharakter-Erkundung

Netflix-Lieblingscharakter-Überraschung

Bei der Netflix-Lieblingscharakter-Überraschung machst du dir gar nicht so große Gedanken zu deinem Charakter und seinem Hintergrund.

Dein Ziel ist es im Laufe des Spiels herauszufinden, wie dein Charakter so tickt. Wie deine Lieblingsfigur bei Netflix lernst du deinen Charakter, seinen Hintergrund und Eigenarten erst durch das gucken der Folgen/ spielen des Pen and Paper Rollenspiels kennen.

Du reagierst eher auf die Umstände im Spiel schließst später aus deinen Entscheidungen auf den Hintergrund. Ist dein Charakter eher zögerlich, kalkulierend oder eher spontan und aufbrausen?

Das weißt du nicht. Du wartest bis sich die Situation ergibt wo es zu solchen Entscheidungen kommen muss und handelst nach deinem Bauchgefühl. Sagen wir wegen einer Provokation in einer Bar hat dein Charakter eine Schlägerei angezettelt. 

Wie hat sich das im Nachhinein angefühlt? Willst du so einen Charakter spielen? Oder willst du nächstes mal den zögerlichen Charakter spielen?

Wie ist die Schlägerei eigentlich ausgegangen? Hast du gewonnen? Dann bist du vielleicht ab jetzt etwas mutiger und selbstbewusster. Hast du verloren? Dann wirst du nächstes mal vielleicht doch etwas zögerlicher.

Der Vorteil dieses Spiel- Ansatzes ist, dass du vorher nicht viel Zeit damit verbringst den Hintergrund und die Persönlichkeit deines Charakters zu erstellen.

Außerdem geht so eine Erstellung auch richtig schnell, ist einfacher falls du eine kreative Durststrecke hast und generell für Einsteiger empfohlen.

Zusätzlich kann es sehr viel Spaß machen immer ins Ungewisse zu gehen und aufs Neue zu überlegen, wie du deinen Charakter ausspielen möchtest. 

Der Nachteil ist, dass du im Laufe des Spiels häufiger unrealistische bzw. widersprüchliche Handlungen ausführen könntest, solange du keine grundlegende Persönlichkeitsstruktur erstellst. Jedenfalls auf den ersten Blick.

Um dir bei dieser Vorgehensweise zu helfen gebe ich dir folgenden Tipp: Suche dir eine Motivation für deinen Charakter.

Was treibt diesen grundlegend an? Halte das ruhig ganz einfach. Z.B. möchte dein Charakter vielleicht möglichst viel Reichtum oder Macht oder Ruhm erlangen.

Oder ganz einfach die Welt zu einem besseren Ort machen. Oder zum besten Schwertkämpfer werden. Oder Buße und Vergebung finden für eine damalige Tat.

Wann immer du eine Entscheidung im Spiel fällen musst, kannst du dir die Frage stellen: Was würde jemand tun, der diese Motivation hat?

Ich selber Empfehle die Netflix-Lieblingscharakter-Überraschung als Vorgehensweise. Möchte dir aber natürlich auch noch den anderen Ansatz vorstellen.

Die fertige-Romancharakter-Erkundung

Die fertige-Romancharakter-Erkundung geht in die genau andere Richtung. Bei dieser Vorgehensweise möchtest du mehr Hintergrundinformationen über deinen Charakter erstellen.

Du entwickelst eine Hintergrundgeschichte mit bereits eingetretenen Storyelementen. Der Charakter wird detaillierter und du nimmst dir zum Ziel möglichst nachvollziehbar deinen Charakter darzustellen.

Und als zusätzliches Schmankerl überlegst du dir was für eine grobe Persönlichkeits-Entwicklungs-Erfahrung du anstreben würdest.

Ob aus der Literatur oder Filmen, wir alle kennen viele unterschiedliche Figuren und Themen auf die wir zurückgreifen können.

Der junge Bauer der zu einem Helden werden muss. Anfangs ist er ängstlich, weiß nicht was er tut, hat kein Selbstvertrauen und glaubt nicht an sich selbst. Und am Ende des Filmes? Ist er ein Held, hat seine Ängste überwunden.

Der gebrochene Protagonist, der um sein Herz eine kalte Mauer aufgestellt hat, damit nichts mehr seine Gefühle verletzt. Doch mit Hilfe der Kraft der Freundschaft taut er auf, fängt wieder an zu vertrauen. Fängt wieder an zu lieben. 

Diese und viele andere Themen sind häufig Kern des Protagonisten und seiner Entwicklung. Und wir alle lieben es dabei zuzuschauen und mitzufiebern wie sich der Protagonist entwickelt. 

Und bei deinem Pen and Paper Charakter kann es sich genauso verhalten. Mit einem großen Unterschied. DU schlüpfst in die Rolle dieses Charakter und DU durchlebst diese Entwicklung und Themen. Und ganz markant am Pen and Paper: Du weißt nicht wie sich die Reise entwickeln wird. Wo du ankommst.

Du weißt nur eins. Wo du anfängst. Sagen wir mal als klassischer ängstlicher und kaum selbstbewusster Held. Und du weißt wo du mit diesem Charakter hin willst. Nämlich zum strahlenden, mutigen und selbstbewussten Helden.

Aber wie du dort hinkommst und ob du überhaupt dort hinkommst, das muss erst noch durchs Spielen herausgefunden werden. Durch deine Handlungen. Durch die Würfel. Durch die gemeinsam erzählte Geschichte.  

Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass es einigen Spielern leichter Fallen wird ihren Charakter “zu fühlen” und mehr mit der Spielwelt verbunden zu sein.

Der Nachteil ist, dass es einigen Spielern zu eng definiert sein wird. Sie die ganze Zeit versuchen statt das Rollenspiel zu spielen, einfach möglichst “True” ihren Charakter darzustellen.

Sie treffen dann häufig Entscheidungen die das Spiel sabotieren aber es doch “das ist was mein Charakter tun würde…sorry…”. So eine Vorlage entwickelt sich dann zu einem zu engen Korsett oder einer Fessel an der sich der Spieler gebunden fühlt.

Für diesen Ansatz kannst du den unteren Katalog ausfüllen. Er beinhaltet die wichtigsten Fragen.             

Pen and Paper Charakter: Die richtigen Fragen

Hier findest du einen Fragekatalog, der ganz regelwerkunabhängig zu einem fantastischen Pen and Paper Charakter führen wird. 

1. Wie sieht dein Held aus?

  • Hier kannst du dir neben allgemeinen Dingen wie Haarfarbe, Größe etc. und auch ein oder zwei markante Merkmale ausdenken. Ein merkwürdig geformtes Muttermal? Eine ungewöhnliche Frisur? Eine hässliche Narbe?

2. Wie und wo ist dein Held aufgewachsen?

  • Hier hast du die Möglichkeit deinen Charakter in die Spielwelt einzubauen und auch selber neue Ortschaften und Ereignisse zu erfinden. Ebenso können direkt die Charaktere der anderen Spieler mit eingebaut werden.

3. Was für ein Verhältnis hat dein Held zu seiner Familie?

  • Bitte nicht das standardmäßige “Eltern und Familie wurden von [füge Monster oder Gruppe ein] getötet”. Die Familie ist ein super Element, um Motivationen zu schaffen und auch für dich eine lebendigere Welt zu erleben.

4. Hat dein Held noch Kontakt zu Kindheitsfreunden?

  • 1 bis 2 Kontakte reichen aus. Der Spielleiter hat damit genug Material um interessante Begegnungen zu schaffen. Die Welt wirkt auch lebendiger wenn du darin Personen kennst.

5. Hat dein Held Feinde/ Konkurrenten?

  • Auch hier 1 bis 2 Personen, Organisationen etc. einfügen.

6. Für wen würde der Held sein Leben riskieren? Was ist wichtiger als das eigene Leben?

  • Hier beginnt schon die Aufstellung der ethischen und moralischen Vorstellungen. Ist dein Charakter eher egoistisch? Hat er so große Angst zu sterben, dass er nicht bereit zur Aufopferung ist?

7. Welchen Stellenwert hat Leben für ihn?

  • Was ist für deinen Charakter ein gut gelebtes Leben? Was ist ein schlecht gelebtes Leben? Wie wertvoll ist Leben überhaupt?

8. Warum ist dein Held zum Abenteurer geworden?

  • Ebenso idealer Zeitpunkt um die anderen Spielercharaktere zu verknüpfen und eine Motivation zu finden.

9. Welche positiven und negativen Charakterzüge bestimmen ihn?

  • Ich empfehle dir hier mindestens 2 positive und 2 negative Charaktereigenschaften aufzuschreiben. Unter negativen Charakterzügen können auch Krankheiten oder Phobien fallen.

    Dabei geht es darum, Raum für Charakterspiel zu ermöglichen. Es wird sicher sehr interessante Situationen schaffen, wenn dein spinnenphobischer Charakter mit den anderen Helden eine spinnenverseuchte Höhle betreten wird.

10. Welche Fähigkeiten zeichnen ihn besonders aus, bzw. welche möchte er trainieren?

  • hier konkretisiert du deinen Archetyp und schaffst Pläne für zukünftige Entwicklungen. Diese sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und können sich aufgrund der Story verändern und deinen Erlebnissen verändern. 

11. Was fürchtet dein Held mehr als alles andere auf der Welt?

  • Ängste sind ein starke Motivatoren und geben Raum für Persönlichkeitsentwicklung

12. Hat er einen inneren emotionalen Konflikt?

  • Schämt sich dein Charakter wegen etwas was er einmal getan hat? Zerreißt ihn ein besonderer Konflikt? Vielleicht wollte dein königlicher Vater, dass du nach ihm den Thron erbst aber du fühlst dich nicht bereit?

13. Gibt es einen von Außen auf ihn einwirkenden Konflikt?

  • Bist du als Prinz deswegen abgehauen und nun verfolgt dich eine Truppe angeheuerter Ritter um dich zurück zu bringen? Vielleicht wurde auf deinen Diebescharakter ein Kopfgeld ausgesetzt?

14. Was ist der größte Wunsch deines Helden (Langzeit Ziel)?

  • Das Erfüllen des Langzeitziels stellt häufig den Zeitpunkt dar, an dem sich dein Held in den Ruhestand begeben wird und du einen neuen Charakter erschaffen kannst.

15. Hat er auch kleinere Wünsche (kurzfristige Ziele)?

  • Diese kleinen kurzfristigen Ziele dienen deiner Motivation und werden im besten Fall nach einigen Spielsitzungen erreicht, können aber selbstverständlich auch länger dauern.

16. Wie steht dein Held zu Magie, Übernatürlichem?

  • Ist sehr abhängig von der Spielwelt aber eine durchaus wichtige Frage.

17. Wie sieht es bei deinem Helden mit der Liebe aus?

  • Sollte das ein Thema sein, welches du mit deinem Charakter ergründen willst, hast du hier die Gelegenheit einen Rahmen zu setzen.

18. Wie steht er zu Tieren und anderen Lebewesen, Spezies/ Rassen?

  • Diese Frage hilft dir zu ergründen wie du dich in bestimmten Situationen verhalten könntest.

19. Was isst & trinkt er gerne?

  • Lass deiner Fantasie freien lauf. Erfinde lustige und interessante Spezialitäten. Ein Getränk und eine Gericht reichen aus.

20. Ist er Fremden gegenüber aufgeschlossen?

  • Auch hier hast du so eine grobe Leitlinie für auftauchende Situationen.

21. Wie steht er zur Moral und Gesetzgebung?

  • In Dungeons and Dragons und anderen Regelwerken gibt es das Konzept von Gesinnungen. Sie gehen über grundlegendes Gut und Böse hinaus und unterscheiden in aufgespaltene Sub-Gesinnungen.

    Ich empfehle dich nicht zu sehr davon einengen zu lassen und deine Moralvorstellungen gröber zu gestalten. Zu Beginn der Charaktererstellung trefft ihr euch als Gruppe zur Runde 0 und zusammen mit dem Spielleiter werden vorab Erwartungen und Wünsche abgeglichen.

    In dieser Runde wird auch der Ton, das Spielgefühl der Kampagne vermittelt.  Die “Teamkonstellation” etabliert auch direkt gewisse moralische Einstellungen. Spielt ihr eine grimmige Söldnertruppe ist euer moralischer Kompass weitaus flexibler als wenn ihr die Diplomaten eines rechtschaffenen Königs spielt.   

BONUS: So werden deine Mitspieler deinen Charakter lieben

Ich gebe dir noch zwei super wertvolle Tipps, damit nicht nur du deinen Charakter toll findest, sondern auch die anderen Mitspieler.

Das richtige Mindset

Pen and Paper ist ein gemeinsames und sehr soziales Spiel. Der Spielspaß steigt erheblich, wenn die Gruppe darauf achtet, dass alle Beteiligten Spaß haben. Zu häufig konzentrieren sich Spieler fast nur auf ihren Charakter und bemühen sich, dass ihr eigener Charakter glanzvolle Momente erlebt. 

Ich rate dir zu folgendem unglaublich wichtigem und mächtigem Tipp: Überlege wie du eine glanzvolle Bühne für die anderen Spielercharaktere schaffen kannst!

Wenn alle beteiligten dieses Mindset annehmen, dann spielt ihr plötzlich viel mehr miteinander. Ihr sprecht mit den Charakteren viel mehr miteinander, erlebt viel häufiger besondere Momente. 

Versuche ehrlich die anderen Charaktere kennen zu lernen. Versuche das Interessante in ihnen zu entdecken. Fördere ihre Besonderheiten und unterstütze sie. Die Mitspieler werden dir das ebenso danken und darum bemüht sein, dass auch dein Charakter seine besonderen Momente hat. 

Um den Spielspaß in der Gruppe zu erhöhen, kannst du dazu noch etwas weiter über den Tellerrand blicken. Ganz fernab von deinem Charakter, kannst du in deiner Rolle als Spieler noch einige wichtige Dinge beachten.

Alles was du darüber wissen musst, findest du hier im Artikel Pen and Paper Spieler: Mehr als nur sein Charakter.

Die 3 Eigenschaften eines liebenswerten Charakters

Was macht einen Charakter liebenswert? Wie bringen uns Autoren dazu eine Verbindung zu einem Charakter herzustellen?

In der Literatur wurde ein sehr simples Konzept ermittelt. Es gibt drei Aspekte, die aufeinander abgestimmt werden müssen, damit ein Charakter richtig gut wird.

  1. Kompetenz
  2. Proaktivität
  3. Sympathie 

Kompetenz bezeichnet ein gewisses Feld in dem dein Charakter besondere Fähigkeiten besitzt und damit seinem Umfeld hilft. Diese Fähigkeit nutzt nicht viel, wenn du damit anderen Menschen nicht in irgendeiner weise helfen kannst. 

Ein guter Kämpfer schützt seine Freunde, ein guter Redner überredet Händler zu einem guten Deal und ein ausgezeichneter Sänger verhilft seinen Freunden zu intensiven emotionalen Erlebnissen oder entspannt sie ganz einfach.  

Proaktivität bezeichnet ein positives Handeln, dass im voraus geplant und eigenständig  initiiert wird. Wenn du extra früher aufstehst um den anderen ein tolles Frühstück zu machen ist das proaktives Handeln. Wenn du  beiläufig hörst, dass jemand auf der Suche nach einem Gegenstand ist und du diesen besorgst ist das proaktives Handeln.

Es geht darum ungefragt die extra Meile zu gehen um jemand anderem zu helfen oder was gutes zu tun.

Sympathie ist der letzte und etwas schwammige Aspekt. Was sympathisch ist hängt durchaus stark von der eigenen Kultur ab. Es gibt aber auch eher generelle Dinge die einen sympathisch machen. Sich für andere einsetzen und beschützen. Ehrlichkeit, Witze erzählen, ein freundliches Lächeln und herzliches Gelächter.

Wir können aber auch Menschen sympathisch finden die all das nicht machen. Der grummelige und schroffe Dr. House aus der gleichnamigen Serie ist ein gutes Beispiel. Wieso mögen wir ihn? 

Er ist wortgewandt, kontert mit kreativen Beleidigungen, macht Streiche und ganz wichtig: Er ist extrem kompetent und geht auch die extra Meile, um einen todkranken Patienten zu retten.

Und genau das ist der wichtige Punkt. Damit dein Charakter von den anderen gemocht wird, muss er mindestens zwei der drei Kriterien erfüllen, noch besser wenn du dir Gedanken machst um alle zu erfüllen. 

Überlege konkret was deine Kompetenzen sind und wie du sie einsetzen kannst, um anderen ganz offensichtlich zu helfen. Du kannst dir dazu auch ein paar potenzielle Szenarien überlegen wie sich diese Kompetenz äußern würde.

Überlege wie du proaktiv sein kannst. Du merkst dir was die anderen Charaktere bedrückt oder was für Wünsche sie haben. Du tust der Gruppe ganz allgemein ungefragt kleine Gefallen und erwartest keine Gegenleistung. 

Und du kannst dir vorab überlegen, was deinen Charakter noch so sympathisch machen könnte. Wenn du dich mit diesen drei Kriterien auseinandersetzt und das vorher erwähnte Mindset annimmst, werden die anderen Spieler und Spielercharaktere gar nicht anders können als deinen Charakter zu lieben.

Fazit

In diesem Artikel hast du gelernt, wie du ganz unabhängig von dem verwendeten Regelwerk einen richtig guten Pen and Paper Charakter erstellst. Du hast gelernt, dass es wichtig ist zuerst mit der Gruppe und dem Spielleiter grundlegende Dinge zu besprechen. 

Dass dein Charakter zum Setting und dem Leitmotiv der Kampagne passen soll. Dass er zur Handlung der Kampagne eine Verbindung haben soll. Und, dass er auch zur Gruppe passen soll. Mit ihnen ein funktionierendes Team bilden.

Du hast gelernt, dass du bezüglich der Details deines Charakters entweder einen Netflix-Lieblingscharakter-Überraschungs Ansatz verfolgen kannst. Ihn erst einmal als unbeschriebenes Blatt spielst und nach und nach durch die Geschehnisse im Spiel die Feinheiten ausbaust.

Oder du verfolgst den Ansatz mit deinem Charakter eine bestimmte grundlegende Erfahrung zu machen und ein Persönlichkeitsthema ansteuerst und damit die fertige-Romancharakter-Erkundung anstrebst.

Du hast eine Schablone mit 21 Fragen an deinen Charakter an die Hand bekommen, die aus ihm einen tiefgründigen Charakter machen.

Zu guter Letzt habe ich dir zwei wichtige Tipps gegeben, mit dessen Hilfe die anderen Spieler deinen Charakter lieben werden. Du versuchst ein Mindset anzunehmen in dem du versuchst den anderen Charakteren eine tolle Bühne zum ausspielen zu schaffen. 

Und du hast gelernt, dass die 3 Eigenschaften Kompetenz, Proaktivität und Sympathie deinen Charakter vollends liebenswert machen.  


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